Das sind wir

Die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft verfolgen ganz unterschiedliche Interessen. Einige von ihnen präsentieren sich hier in Kurzporträts mit ihren Sammelschwerpunkten, um Kontakte unter Gleichgesinnten zu erleichtern. Stellen auch Sie Ihre Bücherschätze vor! Werden Sie Mitglied!

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Axel Fürst
(Bad Soden am Taunus)

Sammelschwerpunkte: deutsche Literatur, deutsche Geschichte, saarländische und pfälzische Geschichte

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Seit meinem 12. Lebensjahr sammele ich, inspiriert durch einen bibliophil beanlagten Onkel, alte Bücher. Am Anfang stand das Schrifttum zur Geschichte meiner saarpfälzischen Heimat, dann erweitert gemäß dem Grundsatz vom Engeren zum Weiteren auf die deutsche Geschichte. Angeregt durch Elternhaus und Schule entdeckte ich die klassische Literatur, zunächst allerdings noch nicht in bibliophiler Hinsicht. Dies blieb einer späteren Zeit vorbehalten. Die Mitgliedschaft in fünf bibliophilen Korporationen brachte Einblick in bislang unbekannte Gebiete mit sich, die seitdem auch mein Sammlerherz erfreuen: historische Autographen, Einblattdrucke, Pressendrucke, schöne Einbände oder gar Curiosa wie z. B. die Erzeugnisse des unfreiwilligen Humors. So kann ich nach Jahrzehnten bibliophiler Betätigung durchaus dem dictum des Herrn „Geheimderaths“ beistimmen, daß Sammler glückliche Menschen sind.


Kontakt: afraufue[at]t-online.de

Rudolf Paulus Gorbach
(Utting am Ammersee)

Sammelschwerpunkte: Buchgestaltung, Typografie

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Eigentlich bin ich kein Sammler. Meine Bücher »häuften« sich über diverse Interessen zu einer umfangreichen Bibliothek und das sind vor allem die Bereiche der Typografie und Buchgestaltung sowie deren »Tellerränder«. In der Lehre vertrete ich hierzu eher strenge Grundlagen von Typografie und Gestaltung. Ich finde es sehr wichtig, dass nicht nur bibliophile Bücher gut gestaltet und produziert werden, sondern auch die oft in hohen Auflagen produzierten Verlagsbände. Schlecht gemachte Bücher ärgern mich als vertane Chance und über jedes gut und sorgfältig gestaltete Buch freue ich mich.


www.typografie-intensiv.de
Kontakt: rpg[at]gorbach-gestaltung.de

Stephanie Jacobs
(Leipzig)

Sammelschwerpunkte: Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig bewahrt eine der umfangreichsten Bestände zur Buch-, Medien- und Papiergeschichte

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Meine Leidenschaft gilt nicht der privaten Büchersammlung, sondern dem Hüten eines Schatzes „von Dienst wegen“: Als Leiterin des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig habe ich das große Glück, täglich in einem der ältesten Buchmuseen der Welt arbeiten zu dürfen. 1884 als Buchgewerbemuseum in der damaligen Hauptstadt des Buches gegründet, lagern heute ca. 1.2 Millionen Bestandseinheiten in den modernen Magazinen eines Neubaus, den die Deutsche Nationalbibliothek 2011 u.a. für das Museum und seine Schätze errichten ließ. Den Nukleus der Buchbestände bildet das sog. Bibliographische Museum des Dresdener Schneidermeisters Heinrich Klemm, der – mit Damen-Schnittmustern zu Reichtum gekommen – sein Vermögen in eine umfangreiche Sammlung von Frühdrucken gesteckt hat. Die kostbarsten dieser Inkunabeln bewahrt seit 1945 als kriegsbedingt verlagertes Kulturgut die Staatsbibliothek in Moskau, mit der wir derzeit ein groß angelegtes Digitalisierungsprojekt zur virtuellen Rekonstruktion des Altbestandes aufsetzen. Neben umfangreichen Buchbeständen aus dem 15. bis 21. Jahrhundert beherbergt das Museum neun Sammlungen zur Druck-, Papier und Schriftgeschichte: u.a. umfangreiche Archivbestände zur Verlagsgeschichte und zur Papiergeschichte mit der weltweit größten Wasserzeichensammlung, eine Kulturhistorische Sammlung mit Maschinen und Geräten aus der Druckgeschichte, Künstlerbücher oder Vor- und Nachlässe von Typographen und Illustratoren.


Kontakt: S.Jacobs[at]dnb.de

Jens Jenßen
(Göttingen)

Sammelschwerpunkte: Erstausgaben deutscher Literatur von 1750 – 1850. Griechenland-Reisen.

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1961 feierte die Maximilian-Gesellschaft ihr fünfzigjähriges Bestehen. Bei der Tagung in Hamburg trafen meine Frau und ich auch Herrn Dr. Erhart Kästner, den Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Seine Bücher „Kreta“ und „Ölberge, Weinberge“ waren für uns der Anlass, als Studenten monatelang Griechenland und seine Inseln zu durchwandern und seitdem unsere Bibliothek „Griechenland-Reisen“ aufzubauen. Beim Sammeln und mit weiteren Reisen erweitert sich das Gebiet um Kleinasien und die Levante. – Der Sammler beginnt mit den zahlreichen neueren Erlebnisberichten deutscher und europäischer Reisender und stellt danach fest, dass im frühen 20. Jahrhundert literarisch wertvolle Reisebücher bekannter deutscher Autoren erschienen sind. Auch aus dem 19. Jahrhundert bietet der Antiquariatsmarkt erstaunlich viele, oftmals mit Originalgraphik versehene Erstausgaben englischer, französischer und deutscher Reisebücher. Vor 1820 haben vor allem Engländer und Franzosen die Küsten des östlichen Mittelmeers bereist – wer aber auch ihre Reiseberichte sammeln will, kann diese in einigen deutschen Auktionshäusern oder in London ersteigern und ab und an auch in den Katalogen besonderer deutscher Antiquare finden; naturgemäß haben sie sich vorwiegend in prachtvollen Ganzlederbänden erhalten, und der Sammler muss darauf achten, dass sie noch alle Originalgraphiken enthalten, mit denen sie damals großzügig ausgestattet worden sind. –

So kann der Sammler seine Reisen in frühere Zeiten fortsetzen.


Kontakt: j.jenssen[at]t-online.de

Uwe Jentzsch
(Pyrbaum)

Sammelschwerpunkte: Bereich Geschichte – insbesondere Biographien des 18.- und 19. Jhrhd. – und das Thema Buchwesen

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Als Bücherfreund und Büchersammler sehe ich das Buch nicht allein als reinen Lesestoff und Wissensträger, sondern auch in Hinblick auf Buchgestaltung, seine Körperlichkeit und Materialität. Durch Einbandmaterialien wie Pergament oder Leder, der Verwendung von Büttenpapier wie auch einer anspruchsvollen Typographie werden Bücher für mich – über den Text hinaus – auch zu einem visuellen und haptischen Erlebnis.

Es ist die Individualität die fasziniert, hier insbesondere bei älteren Büchern, die Spuren ihrer Vorbesitzer enthalten. Wenn dann noch ein Eignerzeichen (SupraLibros oder ExLibris) auf den oder die Vorbesitzer hinweisen, ergeben sich in vielen Fällen interessante und aufschlussreiche Provinienz-Recherchen.


Kontakt: uwejentzsch[at]genion.de


Karl-Heinz Knupfer
(Köln)

Sammelschwerpunkte: Antiquariats- und Auktionsgeschichte. Bedeutende Bibliophile und ihre Bibliotheken

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Diebstahl, Fälschung, Betrug: womit man täglich umgeht, das treibt auch des Nächtens um.


Ich denke hierbei an die unterhaltsame und romanhafte Gestaltung der Bücher- und Kunstwelt mit Schwerpunkt auf dem Buch- und Kunsthandel, Fälschung und Raub. Das geht über die im englischsprachigen Raum beliebten Bibliomysteries hinaus. Am Anfang standen bei mir die Bestseller ,Der Name der Rose‘ (1982) von Umberto Eco und die ,Lügenlandschaft‘ (1991) von Peter Watson. In letzterem, wohl weniger bekannten Werk, wird eine Schatzsuche durch verschlüsselte Hinweise in einem Gemälde des 16. Jahrhunderts erzählt.


Durch die Verfilmung mit Johnny Depp unter dem Titel ,Die neun Pforten‘ wurde das Buch ,Der Club Dumas‘ (1995) von A. Perez-Reverte berühmt. Im Buch gibt es allerdings noch einen weiteren Erzählstrang, der im Film völlig fehlt. Der Buchexperte Corso muss die Echtheit einer Handschrift bestätigen und man erfährt viel über A. Dumas. Ein weiteres Lieblingsbuch ,Der Schatten des Windes‘ (2003) und seine Fortsetzungen von Carlos Ruiz Zafón führte mich auch zu J. L. Borges und A. Manguel.


Mit Hilfe meines Buchhändlers vor Ort hatte und habe ich das Glück, beständig neue interessante Werke dieses Genres zu finden. Inzwischen sind etwa 250 zusammen gekommen und ständig werden es mehr. Da dies für mich Bettlektüre ist, steht Unterhaltung vor Belehrung, doch auch mitten in der Nacht kann ich mich in manchen dieser Bücher über sachliche Ungenauigkeiten ärgern.


Weitere Hinweise zum Thema werden gerne entgegen genommen unter: khknupfer[at]gmail.com

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